Einführung in die Vipassana-Meditation: Stufe 1 – der Körper

Mini-Webinar-Serie: Grundlagen der Vipassana-Meditation

Nach buddhistischer und hinduistischer Vorstellung ist die äußere Welt mit allen ihren Erscheinungen in gewisser Weise nur eine Illusion. Daraus folgt, dass Erkenntnis und Weisheit nicht in dieser äußeren Welt gefunden werden können.

Nur wenn wir nach innen schauen und die Stille in uns finden, können wir Erkenntnis und Weisheit finden. Der Weg, der in diese Stille führt, wird durch die sogenannte Vipassana-Meditation (Einsichtsmeditation) beschrieben.

Über verschiedene Stufen des Übens lenken wir die Aufmerksamkeit immer weiter nach innen, bis wir die Stille finden. Als „Ankerpunkt“ für diese Meditationsübung nutzen wir dabei unsere Atmung, denn sie ist immer verfügbar, wir können leicht unsere Aufmerksamkeit auf sie richten, und sie ist ein Sinnbild des Lebens.

Die nachfolgende Übersicht stellt diese erste Stufe im Überblick dar:

Stufe 1 – der Körper

  • Beobachten der Atmung
  • Beruhigen der Atmung
  • Beobachten des Körpers
  • Beruhigen des Körpers

Diese erste Stufe der Vipassana-Meditation ist aus mindestens zwei Gründen besonders wichtig:

  • Die Beruhigung von Atmung und Körper führt zwangsläufig zu einer Beruhigung von Geist und Seele.
  • Die moderne Gesellschaft führt zu einer Entfremdung vom eigenen Körper; diese ersten Übungen führen uns zu unserem Körper zurück. In dieser Existenz sind wir zwangsläufig an einen Körper gebunden!

Zum Abschluss dieser kurzen Einführung habe ich noch zwei wichtige Hinweise:

  • Es geht bei dieser Übung nicht darum ein Ziel zu erreichen, sondern auf dem Weg zu sein.
  • Philosophisch betrachtet, versuchen wir etwas zu umschreiben, was jenseits unserer Vorstellungskraft bzw. unseres Verstandes liegt.

In Kürze werde ich zu dieser Meditationsübung eine Webinarreihe anbieten. Dabei steht der praktische Teil, also die Meditation als solche, im Vordergrund.

Sinnverlust

Sinnverlust

In der existenziell orientierten Beratung ist das Thema „Sinn“ ein wesentlicher Bestandteil der Zusammenarbeit zwischen Berater und Klient.

Irvin Yalom, ein US-amerikanischer Psychotherapeut und Psychiater, hat zum Sinnverlust gesagt:

„Ein Mensch von heute muss sich in der urbanisierten, industrialisierten, säkularisieren Welt dem Leben ohne religiös begründetes, kosmisches Sinngefüge und losgelöst von der Verbindung mit der natürlichen Welt und der elementaren Kette des Seins stellen.“
(Irvin Yalom)

Allerdings scheint der Mensch Sinn zu brauchen. Viktor Frankl bemerkt dazu:

„Für jene Menschen im Konzentrationslager, die kein Gefühl für Sinn hatten, war es unwahrscheinlich, dass sie überlebten.“ (Viktor Frankl)

In weiteren Beiträgen werde ich mich mit dem Thema Sinn beschäftigen und verschiedene Denkansätze vorstellen.

Wie lange dauert die Ewigkeit?

Wie lange dauert die Ewigkeit?

Ich habe zwei wunderschöne Gleichnisse gefunden, die die Dauer der Ewigkeit sehr bildhaft verdeutlichen. Eines stammt aus dem Buddhismus, und das andere wird den Gebrüdern Grimm zugeschrieben.

„Es war da irgendwo gegen Mitternacht ein Berg, der ganz nur aus einem Kristall bestand; dieser Kristallberg war erst in sieben Stunden zu umgehen und war zwei Stunden hoch. Und alle hundert Menschenjahre einmal kam ein indischer König zum Berge und winkte mit seinem seidenen Kopftuche nach den vier Himmelswohnungen, zum Zeichen des Friedens, und streifte mit dem seidenen Kopftuche den harten Kristallberg. Und wenn der ganze kristallharte Berg vom Anstreifen der Seide abgetragen sein wird, völlig und gar der Ebene gleich, dann wird ein Weltenalter um sein.“
(Fritz Mauthner, „Der letzte Tod des Gautama Buddha“)

„Es gibt in Hinterpommern einen Diamantberg, eine Stunde hoch, eine Stunde breit, eine Stunde lang. Zu diesem Berg kommt alle hundert Jahre ein Vöglein geflogen und wetzt je einmal sein Schnäblein an dem Berg. Wenn nun der Berg durch das Wetzen abgenutzt sein wird, dann ist eine Sekunde der Ewigkeit verflossen.“
(Gebrüder Grimm)

Was ist Weisheit?

Was ist Weisheit?

In verschiedenen Artikeln haben wir uns ja bereits dem Thema „Weisheit“ angenähert. Nachfolgend finden Sie diesbezüglich ein interessantes Zitat des ägyptischen Literaturnobelpreisträgers Nagib Mahfuz:

„Ob ein Mensch klug ist,
erkennt man an seinen Antworten.
Ob ein Mensch weise ist,
erkennt man an seinen Fragen.“

(Nagib Mahfuz, ägyptischer Dichter)

Oftmals wird Weisheit mit Wissen verwechselt. Im Artikel „Wissen und Weisheit“ finden Sie eine kleine Gegenüberstellung dieser Begriffe.