Alles ist im Wandel

Alles ist im Wandel

Mein Tagesplan ermöglicht es mir zur Zeit, morgens in den Herrenhäuser Gärten Taijiquan zu üben. Für mich ist das ein schöner Einstieg in den dann kommenden Arbeitstag.

Ein erster Hauch von Herbst liegt in der Luft: die Blätter beginnen sich zu verfärben, es ist schon etwas kühler und am Himmel ziehen viele Wolken vorüber.

In der Herbstzeit demonstriert uns die Natur auf eindrucksvolle Art und Weise die Unbeständigkeit aller Dinge und den ständigen Wandel.

Genau diese Prinzipien werden auch im Taijiquan zum Ausdruck gebracht. Es findet ein ständiger Wechsel von Steigen und Sinken und Öffnen und Schließen statt.

Aus der Beobachtung der Natur und dem Erleben und Spüren der Übung ergeben sich zwei wichtige Erkenntnisse:

  • Der Wechsel muss stattfinden, damit etwas Neues entstehen kann.
  • Alle einzelnen Teile, die scheinbar so gegensätzlich sind, gehören doch zusammen und bilden ein untrennbares Ganzes.

Für den Alltag lassen sich aus diesen fundamentalen Erkenntnissen einige praktische Tipps ableiten:

  • Entwickeln Sie mehr Gelassenheit im Alltag. Es gibt immer wieder Dinge im Leben, die wir nicht ändern können.
  • Spüren Sie Dankbarkeit für Ihr Leben an sich. Erfreuen Sie sich  an den schönen Dingen im Leben, und akzeptieren sie auch negative Erfahrungen. Nichts hat schlussendlich Bestand.
  • Seien Sie neugierig auf das, was kommen wird.
  • Entwickeln Sie Mitgefühl und Verständnis für sich selbst und für andere Menschen. In letzter Konsequenz teilen wir alle das gleiche Schicksal.
  • Wir können nur im gegenwärtigen Augenblick leben! Die Vergangenheit ist vorüber und die Zukunft ist noch nicht da.

In dem Online-Kurs „Auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden und Zufriedenheit“ werden wir intensiv über diese Themen sprechen.

Einen ersten Eindruck vermittelt Ihnen auch der Online-Vortrag „Gesundheit beginnt in mir!„.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen wie immer gern zur Verfügung.

„We exist in time, but belong to eternity.“ (Osho)

Wissen und Weisheit

In welchem Verhältnis stehen Wissen und Weisheit? Wann handeln wir aufgrund unseres Wissens und wann aufgrund unserer Weisheit? Die folgende, nicht abschließende, Gegenüberstellung betrachtet diese beiden Aspekte aus verschiedenen Blickwinkeln.


WissenWeisheit
Was ist das Ziel?Sammlung von Fakten zu einem EreignisVerstehen des Ereignisses

Entdecken neuer FaktenWiederentdecken, warum alte, überlieferte Wahrheiten wichtig und bedeutsam sind

Verstehen der „Außenwelt“Verstehen der „Innenwelt“

Ausschluss von Veränderungen und UnsicherheitAkzeptanz von Veränderungen und Unsicherheit

Wissen, wie etwas gemacht werden mussWissen, ob etwas gemacht werden muss
Wie wird das Ziel erreicht?Durch LernenDurch Erfahrung
Welche Herangehensweise ist notwendig?WissenschaftlichSpirituell
Wie erfolgt die Anwendung?SpezifischHolistisch
Wie ist die Sichtweise auf die menschliche Existenz?Die Existenz besteht aus Teilen und FaktenDie Existenz ist mehr als die Summe der teile und Fakten

(Quelle: aus „Wisdom“; Leijssen, Mia; (Manuscript 2016 MOOC))

Die in der Tabelle aufgeführten Informationen lassen sich v. a. auf zwei philosophische Schulen zurückführen, nämlich auf die Existenzphilosophie (in diesem Fall in ihrer Anwendung in der existenziell orientierten Beratung) und auf den Buddhismus.

Nachfolgend finden Sie zwei Vorträge, die sich einführend mit diesen Schulen beschäftigen:

Viktor Frankl – Lebensmut trotz widriger Lebensumstände

Buddhismus und Gesundheit

Wenn Sie sich intensiver mit dieser Materie beschäftigen möchten, empfehle ich Ihnen den Online-Kurs „Auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden und Zufriedenheit„. Dort finden Sie neben theoretischen Hintergründen auch praktische und alltagstaugliche Übungen.

Natürlich stehe ich Ihnen auch wie immer gern für Rückfragen zur Verfügung.

The Five Remembrances – Die fünf Fakten zum Nachdenken

The Five Remembrances - Die fünf Fakten zum Nachdenken

In dem wundervollen Buch The Heart Of Buddha’s Teaching: Transforming Suffering into Peace, Joy and Liberation“ von Thich Nhat Hanh habe ich diesen Text des Buddha gefunden, mit dem Hinweis, oft über die genannten Fakten nachzudenken. Im Original steht der Text in der Upajjhatthana Sutta“.

The Five Remembrances

  1. I am of the nature to grow old. There is no way to escape growing old.
  2. I am of the nature to have ill-health. There is no way to escape having ill-health.
  3. I am of the nature to die. There is no way to escape death.
  4. All that is dear to me and everyone I love are of the nature to change. There is no way to escape being separated from them.
  5. My actions are my only true belongings. I cannot escape the consequences of my actions. My actions are the ground on which I stand.

Die fünf Fakten zum Nachdenken

  1. Es liegt in meiner Natur, alt zu werden. Es gibt keinen Weg, dem Altwerden zu entkommen.
  2. Es liegt in meiner Natur, krank zu werden. Es gibt keinen Weg, dem Krankwerden zu entkommen.
  3. Es liegt in meiner Natur, zu sterben. Es gibt keinen Weg, dem Tod zu entkommen.
  4. Alles, was mir lieb ist, und jeder, den ich liebe, unterliegen einem naturgegebenen Wandel. Es gibt keinen Weg, dieser Trennung zu entkommen.
  5. Meine Taten sind meine einzigen wahren Besitztümer. Ich kann den Folgen meiner Handlungen nicht entkommen. Meine Taten sind das Fundament, auf dem ich stehe.

Aus diesen Fakten allerdings eine pessimistische Weltsicht abzuleiten, wäre sicherlich verkehrt. Vielmehr geht es darum, im gegenwärtigen Augenblick zu leben, sich der Vier Edlen Wahrheiten bewusst zu sein, und sein Leben an dem Edlen Achtfachen Pfad auszurichten.

Ein wunderschönes Gedicht zum Thema „Vergänglichkeit“

Ein wunderschönes Gedicht zum Thema "Vergänglichkeit"

Ein zentraler Aspekt in der buddhistischen Lehre ist das Thema Vergänglichkeit. Der Buddha hat einmal gesagt:

„Alles, was das Wesen der Entstehung in sich trägt, muss auch wieder vergehen.“

Ein wunderschönes Gedicht beschreibt dies wie folgt:

„Einst glühende Wangen und rote Lippen,
Heute nun kalte Asche und weiße Knochen.
Stellung und Ruhm, wenn auch unübertroffen,
Sind doch nur Teil eines langen Traums.
Wie reich und edel du auch immer bist,
Du bist trotz allem unbeständig.
Eifersüchtig, stolz, dich klammernd an ein Selbst,
Doch dieses Selbst ist allzeit leer.
Kraftvoll, fähig und erfolgreich,
Doch liegt darin keine letzte Wahrheit.
Warum unterscheiden zwischen Alt und Jung,
Da doch die vier Elemente auseinander fallen?
Risse zerfressen selbst Berge,
Der Held ist sehr viel früher tot.
Das dunkle Haar auf unserem Kopf –
Kaum gewachsen, ist es auch schon weiβ.
Kaum verklungen die guten Wünsche zu unserer Geburt,
Da beginnt schon die Trauer um unseren Tod.
Dies sechs Fuβ hohe Skelett bleicher Knochen,
Wie ist es doch um Reichtum bemüht.
Diese Hülle von Haut, gefüllt mit Blut,
Leidet Jahr um Jahr, nur weil sie festhält.“

(„König Trân Thái Tông: Khoa Hu Luc (Lehren über Leerheit)“
aus Thich Nhat Hanh – Das Wunder des bewussten Atems)

Die Akzeptanz dieser Vergänglichkeit führt zur Beendigung des Leidens, da Illusion und Anhaftung enden. Zusätzlich treten Werte wie z. B. Güte, Dankbarkeit, Mitgefühl, Freude, Neugier und Gelassenheit in den Vordergrund und bereichern unser Leben!

Diese akzeptierende Grundhaltung kann durch regelmäßige Meditationsübungen entwickelt und gefestigt werden. In allen meinen Kursen sind deshalb Meditationsübungen ein wesentlicher Bestandteil!

Mit den Grundlagen der Meditation können Sie sich in meinem Webinar „Achtsamkeit im Alltag“ vertraut machen.