Wie lange dauert die Ewigkeit?

Wie lange dauert die Ewigkeit?

Ich habe zwei wunderschöne Gleichnisse gefunden, die die Dauer der Ewigkeit sehr bildhaft verdeutlichen. Eines stammt aus dem Buddhismus, und das andere wird den Gebrüdern Grimm zugeschrieben.

„Es war da irgendwo gegen Mitternacht ein Berg, der ganz nur aus einem Kristall bestand; dieser Kristallberg war erst in sieben Stunden zu umgehen und war zwei Stunden hoch. Und alle hundert Menschenjahre einmal kam ein indischer König zum Berge und winkte mit seinem seidenen Kopftuche nach den vier Himmelswohnungen, zum Zeichen des Friedens, und streifte mit dem seidenen Kopftuche den harten Kristallberg. Und wenn der ganze kristallharte Berg vom Anstreifen der Seide abgetragen sein wird, völlig und gar der Ebene gleich, dann wird ein Weltenalter um sein.“
(Fritz Mauthner, „Der letzte Tod des Gautama Buddha“)

„Es gibt in Hinterpommern einen Diamantberg, eine Stunde hoch, eine Stunde breit, eine Stunde lang. Zu diesem Berg kommt alle hundert Jahre ein Vöglein geflogen und wetzt je einmal sein Schnäblein an dem Berg. Wenn nun der Berg durch das Wetzen abgenutzt sein wird, dann ist eine Sekunde der Ewigkeit verflossen.“
(Gebrüder Grimm)

Was ist Weisheit?

Was ist Weisheit?

In verschiedenen Artikeln haben wir uns ja bereits dem Thema „Weisheit“ angenähert. Nachfolgend finden Sie diesbezüglich ein interessantes Zitat des ägyptischen Literaturnobelpreisträgers Nagib Mahfuz:

„Ob ein Mensch klug ist,
erkennt man an seinen Antworten.
Ob ein Mensch weise ist,
erkennt man an seinen Fragen.“

(Nagib Mahfuz, ägyptischer Dichter)

Oftmals wird Weisheit mit Wissen verwechselt. Im Artikel „Wissen und Weisheit“ finden Sie eine kleine Gegenüberstellung dieser Begriffe.

Der gegenwärtige Augenblick

Der gegenwärtige Augenblick

Nachfolgend finden Sie ein wunderschönes Gedicht von Andreas Gryphius, einem deutschen Dichter und Dramatiker des Barocks:

Betrachtung der Zeit

Mein sind die Jahre nicht,
die mir die Zeit genommen;
mein sind die Jahre nicht,
die etwa mögen kommen;
der Augenblick ist mein,
und nehm ich den in acht,
so ist der mein,
der Zeit und Ewigkeit gemacht.

(Andreas Gryphius (1616 - 1664),
Epigramme - das erste Buch,
76. Betrachtung der Zeit)

Die Idee, dass nur der gegenwärtige Augenblick wirklich zählt, ist offensichtlich kulturübergreifend! Wir finden in diesem Gedicht eine erstaunliche Parallele zum Buddhismus, der in seiner Geisteshaltung der Achtsamkeit genau das o. g. Gedicht widerspiegelt.

Diese Geisteshaltung der Achtsamkeit ist aber kein abstraktes, philosophisches Prinzip, sondern im Idealfall ein integraler Bestandteil des alltäglichen Lebens! Besonders gut lässt sich Achtsamkeit mit Hilfe der Dinge entwickeln, die uns unser ganzes Leben lang begleiten, z. B. der Atmung. Hier finden Sie eine kleine Übung dazu und hier ein Grundlagen-Webinar in meiner Online-Akademie.

Wo endet die Reise?

Wo endet die Reise?

Heute Abend habe ich ein Gedicht von Hermann Hesse gefunden, das mich zum einen sehr berührt, und zum anderen aber auch inspiriert hat! Nachfolgend finden Sie ein kurzes Zitat aus dem Werk:

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!

(Hermann Hesse: aus "Stufen)

Der Autor beschreibt in dem Gedicht „Stufen“ den ständigen Wandel, der für unser Leben so charakteristisch ist. Und vielleicht ist auch der Tod nichts anderes als ein weiterer Wandel.

In diesem Gedicht spiegeln sich meiner Meinung nach auch verschiedene buddhistische Gedankengänge wider, was natürlich auch in der Biographie des Dichters begründet sein mag: Neugier, Gelassenheit, Nicht-Identifikation und die Transzendenz der menschlichen Existenz.