Wie lange dauert die Ewigkeit?

Ich habe zwei wunderschöne Gleichnisse gefunden, die die Dauer der Ewigkeit sehr bildhaft verdeutlichen. Eines stammt aus dem Buddhismus, und das andere wird den Gebrüdern Grimm zugeschrieben.

„Es war da irgendwo gegen Mitternacht ein Berg, der ganz nur aus einem Kristall bestand; dieser Kristallberg war erst in sieben Stunden zu umgehen und war zwei Stunden hoch. Und alle hundert Menschenjahre einmal kam ein indischer König zum Berge und winkte mit seinem seidenen Kopftuche nach den vier Himmelswohnungen, zum Zeichen des Friedens, und streifte mit dem seidenen Kopftuche den harten Kristallberg. Und wenn der ganze kristallharte Berg vom Anstreifen der Seide abgetragen sein wird, völlig und gar der Ebene gleich, dann wird ein Weltenalter um sein.“
(Fritz Mauthner, „Der letzte Tod des Gautama Buddha“)

„Es gibt in Hinterpommern einen Diamantberg, eine Stunde hoch, eine Stunde breit, eine Stunde lang. Zu diesem Berg kommt alle hundert Jahre ein Vöglein geflogen und wetzt je einmal sein Schnäblein an dem Berg. Wenn nun der Berg durch das Wetzen abgenutzt sein wird, dann ist eine Sekunde der Ewigkeit verflossen.“
(Gebrüder Grimm)